FASTENZEIT – ÖSTERLICHE BUßZEIT – ZEIT DER HEILIGEN 40 TAGE

Liebe Pfarrgemeinde, verehrte Leserinnen und Leser!

Die Vorbereitungszeit auf Ostern lädt uns wieder ein, mithilfe der „biblischen Klassiker“ GEBET, FASTEN, ALMOSEN zu „checken“, welche Rolle Gott und die Mitmenschen in unserem Leben spielen. Wie gehe ich mit Gott, dem Nächsten und mir selber um? Von welcher Qualität und Quantität sind die „Begegnungsräume“?

In diesen Tagen erwarten uns nun kleine Lichtblicke in Sachen Öffnung des Corona-Lockdowns, hoffentlich gelingende kleine Schritte zurück in eine neue Normalität unseres Alltags! Möge dazu auch ein besonderer geistig-geistlicher, spiritueller Weg in der Fastenzeit beitragen!

Von der „Kunst der kleinen Schritte“ schreibt Antoine de Saint Exupéry: „Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr, sondern um die Kraft für den Alltag. Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.

Mach mich findig und erfinderisch, um im täglichen Vielerlei und Allerlei rechtzeitig richtige Erkenntnisse zu haben und Erfahrungen zu machen, von denen ich betroffen bin und lernen kann.

Mach mich griffsicher in der richtigen Zeiteinteilung. Schenke mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden, was erstrangig und was zweitrangig ist. Ich bitte um die Kraft für Zucht und Maß, dass ich nicht durch das Leben rutsche, sondern den Tag vernünftig einteile, auf Lichtblicke und Höhepunkte achte, wenigstens hin und wieder Zeit finde für einen kulturellen Genuss. (…) Hilf mir, das Nächste so gut wie möglich zu tun und die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen. Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen.

Erinnere mich daran, dass das Herz oft gegen den Verstand streikt. Schick mir im rechten Augenblick jemand, der den Mut hat, mir die Wahrheit in Liebe zu sagen. Gib, dass ich zuhören kann. Ich weiß, dass sich viele Probleme dadurch lösen, dass man nichts tut. Gib, dass ich warten kann.

Du weißt, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen. Gib, dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten und zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin. Verleih mir die nötige Fantasie, im rechten Augenblick ein Päckchen Güte, mit oder ohne Worte, an der richtigen Stelle abzugeben. Mach aus mir einen Menschen, der einem Schiff mit Tiefgang gleicht, um auch die zu erreichen, die „unten“ sind. Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen. Gib mir nicht, was ich mir wünsche, sondern was ich brauche. Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte!

Eine gute, gesegnete Österliche Bußzeit 2021 wünschen Ihnen
Thomas Probst, Pastoralassistent und
Martin Stempfhuber, Pfarrer

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